Mobilität und Verkehr

Bahnstreckenreaktivierung in Niedersachsen

Niedersachsen treibt die Verkehrswende voran: Mit einem neu strukturierten Programm im Frühjahr 2023 sollen stillgelegte Bahnstrecken wiederbelebt werden, um ländliche Räume anzubinden und Klimaziele zu erreichen. Reaktivierungen können eine Bundesförderung von bis zu 90 % erhalten, wenn die Wirtschaftlichkeit von Infrastrukturvorhaben gegeben ist. Das Land nutzt deshalb ein vierstufiges Verfahren, um die sinnvollsten Strecken zu identifizieren.

  1. Grobscreening (Stufe 1): Aussortieren offensichtlich unwirtschaftlicher Strecken.
  2. Standardisierte Bewertung (Stufe 2): Nur wer hier einen Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) über 1,0 erreicht, bekommt Fördergeld vom Bund.
  3. Betriebskosten-Check (Stufe 3): Prüfung, ob sich das Land die dauerhafte Bestellung der Züge leisten kann.
  4. Realisierung (Stufe 4): Bauplanung und Förderanträge.

Die zweite Stufe wurde im März 2025 abgeschlossen. Die folgenden Projekte haben die entscheidende Hürde (Nutzen-Kosten-Indikator > 1) in der detaillierten Untersuchung (Stufe 2) genommen und gelten als volkswirtschaftlich sinnvoll. Sie rücken nun in die konkrete Planung vor:

  • Aurich – Abelitz (– Emden): Anbindung der Stadt Aurich und des geplanten Zentralklinikums in Georgsheil.
  • Bad Bentheim – Gildehaus: Verlängerung der erfolgreichen RB 56 bis zur niederländischen Grenze.
  • Rheine – Spelle: Starke Pendlerachse zwischen dem südlichen Emsland und NRW.
  • Bremerhaven-Lehe – Langen - Bad Bederkesa: S-Bahn-artiger Verkehr für die dichten Vororte im Norden Bremerhavens sowie Anbindung des Hinterlandes und touristische Erschließung (Moortherme).
  • Nordenham – Blexen: Innerstädtische Verlängerung der Regio-S-Bahn bis zum Fähranleger.

Den aktuellen Stand und weitere Informationen können beim Niedersächsischen Wirtschaftsministerium nachgelesen werden.